Donnerstag, April 30, 2026

sascha.huebers

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Schlusenbrücke

In früherer Zeit befand sich an dieser Stelle eine Holzbrücke, die mit einer Schleuse versehen war.
Hieraus entstand die Bezeichnung Schluse. Auf einer alten Wasserkarte auf dem Jahre 1600 ist die alte Brücke genau zu erkennen. Im Jahre 1916 wurde die Schlusenbrücke in ihrer heutigen Form über die Nebenissel (bekannt auch als Heggenaa) erstellt.

Eine Besonderheit ist das mit Rundkopfnieten zusammengehaltene Geländer. Diese Bauweise ist früher auch an Rheinbrücken verwendet worden. Die Länge zwischen den Brückenwiderlagen beträgt nach Aufzeichnungen aus dem Jahre 1952 acht Meter. Die Fahrbahnbreite beträgt 5,50 Meter. Die Gesamtbreite der Brücke zwischen den Geländern ist mit 7,60 Metern ausgewiesen.

Nachtrag: Zu unserem aller  größten Bedauern wurde im Zuge einer Brücken-Sanierung im Winter 2023  dieses erhaltenswert(h)e Denkmal demontiert und zerstört.

Die Maßnahmen wurden durch den Kreis Borken durchgeführt.
HVW 2024

Schlusenbrücke Deichstraße in Werth

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Im Jahre 1927 ging der damalige Kriegerverein Werth in Zusammenwirken mit anderen Bürgern daran, am nördlichen Ortsausgang im Bereich der Deichstraße vor der „Schlusenbrücke“ ein Ehrenmal für die Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen des 1. Weltkrieges zu errichten. Die Namen der gefallenen Bürger wurden auf einer Ehrentafel zur steten Errinnerung und Mahnung aufgebracht. Oben auf dem Ehrenmal thronte ein auf der Isselburger Hütte gegossener Bronzeadler. Noch im gleichen Jahr wurde das Ehrenmal eingeweiht.

Der Kriegerverein hat sich später aufgelöst, aber die Schützengesellschaft Werth und die frühere Stadt Werth kümmerten sich weiterhin um die Ehrenstätte. Der 2. Weltkrieg mit seinem Schrecken und Grauen kam. Der Bronzeadler wurde um 1943 vom Ehrenmal abgenommen und wanderte in die Waffenindustrie des Dritten Reiches. Später wurde er nicht wieder erneuert und fehlt seitdem.

Und wiederum blieben viele Bürger auf den Schlachtfeldem an vielen Orten der Erde. Auch ihrer wurde seit dem Jahre 1957 auf besonderen Ehrentafeln gedacht. Im Jahre 2001 konnten die Werther mit einer Festwoche das 575-jährige Orts- und Stadtjubiläum feiern. Damals wurden auch Gelder eingenommen, die dann teilweise für eine Renovierung des Ehrenmales in den Jahren 2004 und 2005 verwandt wurden. Der Heimatverein Werth beteiligte sich daran, aber auch etliche Bürger, so dass im November 2004 die Ehrentafeln wieder angebracht werden konnten. Im Sommer des Jahres 2005
konnten die Sanierungs- und Renovierungsarbeiten zum Abschluss gebracht werden.

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Ein Merkmal ziert die Fassade des ältesten Werther Bürgerhauses an der Deichstraße, nämlich ein Relief mit zwei Hausmarken* der Erbauer und den vier Worten „In das weisse Pferdt“. Seit einigen Jahren ist es im Besitz der Familie Leo Brünenberg (früher Hogenkamp-Selke).

Es ist ein bedeutendes Bürgerhaus, erbaut im Jahre 1697 im schlichten Barockstil des Niederrheins. Die Backsteinfassade wird von zwei Geschossen und vier Achsen bestimmt. Es hat einen
wohlgeformten, dreifach gerundeten Giebelumriss. Die Fensteranordnung ist nicht ganz symmetrisch. Über der Tür befindet sich der bereits beschriebene Inschriftstein. Die eisernen Zuganker
über dem Erdgeschoß ergeben die Jahreszahl 1697. Die Seitenwände sind ohne Gliederung. Das Hinterhaus (Fachwerk) wurde im Zuge der Werther Ortskersanierung abgebrochen. Die Fenster und Türen sind Ende des 19.Jahrhunderts in die heutige Form gebracht worden.

* links: LVT (Lambert van Thiel; Rentmeister; † 1711)
rechts: CB (Catharina Beming ?; † 1707)

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Das Bürgerhaus an der Deichstraße wurde um 1850 errichtet. (Erbauer und früherer Besitzer: die Familie des Windmüllers Dietrich Sterneborg) Es ist vom Typ her ein langgestrecktes‚ eineinhalbgeschossiges Wohnhaus mit dem Giebel der Straße zugewandt. Es hat ein pfanneneingedecktes Krüppelwalmdach und eine dreiachsige Front mit Flachbogenfenstern und Blendläden im Erdgeschoss. Die Mitteltür in schönen Neurenaissanceformen in der Straßenfront ist doppelflügelig mit Oberlicht.

Für das Mauerwerk wurde der für Werth typische dunkle Feldbrandstein verwendet. Das Haus ist eines der letzten unveränderten historischen Häuser im Stadtkern, für die schlichte, aber gut proportionierte Gestaltung typisch ist.Der Zustand des Hauses wird von Denkmalpflegern als gut bezeichnet. Es wird als Wohnhaus genutzt.

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Verhällltnismäßig schlecht erhalten ist (nach Darstellung des Denkmalpflegeamtes der Stadt Isselburg vom (16.07.1986) die Pieta, die Teil des Ehrenmals der katholischen Kirchengemeinde Werth ist.

Zum Umfeld der Kirche auf dem mit hohen Lindenbäumen bestandenen Kirchenhügel gehören noch drei denkmalgeschützte Statuen. Hierbei handelt es sich um die Herz-Jesu- und die Josefsstatue sowie um die Sandsteinfignr Pieta (Maria mit Leichnam Christi auf dem Schoß).

Erstere standen bis etwa 1928 im Pastoratsgarten. Sie wurden neben der Pfarrkirche auf massive Betonsockel gestellt. Zum Christstkönigsfest 1929 wurden sie feierlich eingeweiht.

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Dort, wo im Mittelalter die Werther Burg gestanden hatte, wurde die heutige katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul von I-Iilger Hertel dem Älteren (1831-1890) errichtet. Sie wurde im Jahre 1886 geweiht.

Sie ist ein einschiffiger, neugotischer Backsteinbau mit nach innen gezogenen Strebepfeilern‚ Kreuzrippengewölben und eingezogenem 5/8-Chor‚ um den die niedrige Sakristei eckig herumgelegt ist. Die Kirche ist jüngst durch einen kleinen zurück haltenden Anbau erweitert worden. Die neue Sakristei ist selbst nicht denkmalwert. Den vorgesetzten quadratischen Fassadenturm flankieren polygonale Ecktünnchen an den Kirchenschiffecken. Die Baudetails – teils aus Sandstein, teils aus Musterungen in dunklem Feldbrandstein – sind sehr fein durchgebildet.

Die Dächer sind verschiefert. Die Turmgliederungen geben sich fiir neugotische Beispiele betont schlicht. Der Achteckhelm ist von vier Ecktürmchen umgeben. Im Inneren des Gotteshauses ist die neugotische Ausstattung weitgehend bewahrt.

Die schlichte, gut angepasste Neuverglasung, die wiederhergestellte alte Ausmalung mit Quaderung der Wände, der schöne Kachelsockel an der inneren Eingangsseite tragen im besonderen Maße zum guten Aussehen der Pfarrkirche bei.

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Die Urkundenlage zur Frühgeschichte dieser Kirche bietet nur wenig Aufschluss. Es gibt jedoch Hinweise, dass es an dieser Stelle bereits im 12. Jahrhundert eine Einsiedelei oder Klause mit „Kapelle im Sumpfland“ gegeben hat. Tatsächlich wird Weerde im Jahre 1159 als Besitzung von Rees in einer Urkunde des Papstes Hadrian erwähnt. Der Bau einer neuen Kapelle wird 1336 abgeschlossen worden sein (Chorbereich der heutigen Kirche).

Als Geistlicher wird ein Theodoricus capellanus in Weerde erwähnt. Nach 1426, dem Jahr der Verleihung der Stadtrechte, hat es wohl eine hektische Bautätigkeit gegeben. In diese Zeit fiel der „Bocholt-Werther-Parochialstreit“, in dem Werth von der kirchlichen Obrigkeit als eigenständige Pfarre anerkannt werden wollte. In diesem Zusammenhang kam es mit St. Georg in Bocholt zu heftigen Auseinandersetzungen. Der Streit wurde erst im Jahre 1447 auf dem Konzil zu Basel beigelegt, nachdem vorher sogar Päpste eingeschaltet worden waren. Werth hatte schließlich einen eigenen Pfarrer und entsprechende Rechte als eigene Pfarrei.

Der Name der eiligst gebauten Kirche wird unter dem Aktentitel Kirche Nr.522 (Staatsarchiv Münster) mit „Heilig Geist und Liebfrauenkirche“ angegeben. Die Reformation in Werth wurde unter dem Grafen zu Culemborg im Jahre 1567 eingeführt. Im Zuge gegenreformatorischer Bestrebungen kam es 1718 zur Schließung der Kirche durch den Bischof von Münster. Erst durch Intervention des Königs von Preußen konnte die Kirche 1735 wieder für den evangelischen Gottesdienst geöffnet werden.

Bauliche Besonderheiten: ursprünglich Saalbau, Chor mit 5/8-Schluss, Seitenschiff Beginn des 16. Jh., Dach als spitzbogiges Tonnengewölbe ausgebaut (durch flache Holzdecke verbaut), Wanddienste auf Figurenkonsolen (Engel und Propheten), im Chorbereich noch erhaltene Fresken (unter Folie), Turm als hölzerner Dachreiter.

Ausstattungsstücke des 17./18. Jahrhunderts: Kanzel, Abendmahlstisch, Opferstock, Wappentafel, Epitaphe, Orgelprospekt von ca. 1735.
Im 20. Jahrhundert wurden mehrere Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt, zuletzt 2014.

Johann Radstaak Werth, den 19.03.2014

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Das Bürgerhaus der Familie Schnieder, Binnenstraße 5, stammt aus dem Jahre 1880. Das Haus wird bis jetzt von der Familie Schnieder, die seit vielen Generationen den Küsterdienst an der evangelischen Kirche versieht, als Wohnhaus genutzt. Es ist ein für die alte Bebauung Werths charakteristisches, schlichtes, zweigeschossiges Haus mit einem nur an der linken Seite ausgebildetem Krüppelwalmdach. Gebaut ist es aus dem dunklen, ehemals in Werth überwiegend verwendeten Feldbrandstein. Die Zuganker an diesem Bürgerhaus ergeben die Jahreszahl 1880. Die Fensteraufleilung zeigt drei Achsen. Das Haus hat ein altertümliches niedriges Obergeschoss, wohl wegen eines älteren Hauskerns.

Die grün gestrichenen Blendläden im Erdgeschoss und die dunklen Dachpfannen sind ebenfalls stileigentümlich fiir die von Holland und vom Niederrhein beeinflussten Häuser, wie auch die Mitteltür mit Oberlicht. Der Bauzustand kann als gut bezeichnet werden.

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Bis unter das Dach ist das Heimathaus Werth mit Geschichte zum Anfassen angefüllt. Rund 200 Jahre ist der schöne Backsteinbau alt – und steht man in den kleinen gemütlichen Räumen, fühlt man sich genau um diese 200 Jahre zurückversetzt. Von der Küche bis zum Kinderzimmer hat der Heimatverein Werth mit viel Liebe das dörfliche Leben der Vormoderne wiederhergestellt.

Die Stücke aus der Vergangenheit erinnem aber auch daran, dass es nicht immer gemütlich war unter dem Dach des 1810 erbauten Hauses. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem auch einige Bauten in Werth beschädigt wurden, diente es als Armenhaus der evangelischen Gemeinde. Zeitweise teilten sich vier Familien die Wohnstatt. Nachdem die letzten Mieter ausgezogen waren, pachtete der Heimatverein das Haus und den angrenzenden „Schoppen“.

Mit viel Engagement und eigener Arbeitskraft restaurierten die Werther beide Gebäude originalgetreu. So konnten beispielsweise die über 200 Jahre alten Stützbalken des Heimathauses sorgfältig freigelegt und konserviert werden. Sie tragen jetzt einen Dachstuhl, den die rührigen Heimatfreunde mit alten Dachpfannen aus dem Nachbardorf in Stand gesetzt haben.

Mittlerweile ist das Gebäude für die Werther Bürger als Heimathaus und Treffpunkt ein fester Bestandteil des gemeinschaftlichen Lebens geworden. Regelmäßig werden Führungen angeboten oder Besuchergruppen empfangen, und der Vorstand des Heimatvereins trifft sich dort zu seinen monatlichen Sitzungen. Kernstück des Heimathauses ist aber die Ausstellung zur Alltagsgeschichte, die 1996 eröffnet wurde.

Im Erdgeschoss ist unter anderem eine historische Küche mit Wäschestampfer unter gebracht. Im Kinderzimmer zeigen Schulbücher und Spielzeug aus dem l9. Jahrhundert, dass sich der Nachwuchs anno dazumal auch ohne Computer bestens beschäftigen konnte. Das Obergeschoss gehört der Arbeitswelt: Alte landwirtschaftliche Geräte wie der Rübenschneider, die Jauchepumpe oder der Torfstecher vermitteln einen Eindruck davon, wie hart der Alltag in Feld, Wald und Wiese war.

Auch zwei Bewohner hat das Heimathaus noch: Hein und Hanneke, das typische „Weerd‘se Paar“, wie es auf Platt heißt. Passend zur Einrichtung des Heimathauses tragen die beiden Trachten aus dem 19. Jahrhundert. Kleidung und Einrichtungsgegenstände aus der Vergangenheit werden in den Ausstellungsräumen auch präsentiert.

Bevor in dem alten Backsteinhaus ein Heimathaus eingerichtet werden konnte, wurde es mit Unterstützung der NRW-Stiftung grundlegend restauriert.

Einblicke in das Heimathaus des Heimatverein Werth

Rathaus Wert 2017 Foto: Sascha Hübers

Rathaus Wert 2017
Foto: Sascha Hübers

Das Werther Rathaus wurde wohl im 16. Jahrhundert als zweigeschossiges Torhaus gebaut. Es verbindet die Deich- mit der Binnenstraße. Das Entstehungsjahr ist unklar, doch schon auf einem Plan von 1768 wird dieses Gebäude als Rathaus bezeichnet.

Nach schweren Zerstörungen im 2. Weltkrieg (1945) wurde es erneuert und öfter auch neu verputzt oder angestrichen. Sein rotes Pfannendach trägt einen kleinen Dachreiter.Die spitzen Giebelwände haben seitlich Eckzinnen. Als Abschluss des kleinen Marktplatzes zwischen der Deichstraße und der Binnenstraße ist das Rathaus in Werth von städtebaulich ansprechender Wirkung.

Nach der endgültigen Wiederherstellung Anfang der 60er Jahre tagte bis zur kommuna len Neuordnung Anfang 1975 – durch die Werth ein Ortsteil der Stadt Isselburg wurde – im Sitzungssaal monatlich der Rat der Stadt Werth.

Später nutzten Werther Vereine den Saal und zuletzt ein Ingenieurbüro.

Seit 2011 befindet sich das Rathaus in Privatbesitz und wurde vom Eigentümer vollständig wiederhergestellt. Es dient seither als Konferenz- und Kulturzentrum.
Auf der Webseite finden Sie weitere Informationen: http://www.torhaus-burg-werth.de/